Chronologisch:

22.10.2010 (Hamburger Abendblatt)

Erkundungsarbeiten am Salzstock Gorleben gestoppt

Die Klage von Gegnern des Endlagers habe vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg aufschiebende Wirkung. Unter anderem hatte Greenpeace geklagt.

Salzschacht in Gorleben (Bild: AP)
Der Salzstock in Gorleben darf für ein mögliches Endlager mit hochradioaktiven Müll nicht weiter erkundet werden.(Foto: AP)
Lüneburg. Wegen der Klage von Gegnern eines atomaren Endlagers in Gorleben dürfen die Erkundungsarbeiten am Salzstock vorerst nicht beginnen. Nach dpa-Informationen vom Freitag hat die Klage vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg aufschiebende Wirkung. „Es dürfen keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden“, zitierte die „Lüneburger Landeszeitung“ einen Sprecher des Verwaltungsgerichts Lüneburg. „Der Stopp der Arbeiten in Gorleben ist für uns der erste Schritt zur Aufgabe des ganzen Standortes“, erklärte Mathias Edler, Atomexperte von Greenpeace. Das Landesamt für Bergbau hatte seinen Antrag auf Verlängerung nicht mit der notwendigen Klausel zum Sofortvollzug versehen. Inzwischen hat aber das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) reagiert. „Das Bundesamt für Strahlenschutz hat am 22. September einen Antrag auf Sofortvollzug gestellt, uns liegt aber bis heute noch keine Genehmigung vor“, sagte BfS-Sprecher Florian Emrich der dpa am Freitag. Sollte der Antrag bewilligt werden, kann mit der Erkundung begonnen werden, auch wenn über die Klage noch nicht entschieden ist. Laut „Elbe-Jeetzel-Zeitung“ geht das Lüneburger Verwaltungsgericht davon aus, dass mehr als ein Jahr bis zu einer gerichtlichen Entscheidung vergehen könnte. Gegen eine Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten hatten Greenpeace und die Rechtshilfe Gorleben geklagt, sowie Andreas Graf von Bernstorff, der Elbfischer Christian Köthke und die Salinas GmbH. Am Donnerstag hatte sich die Kirchengemeinde Gartow angeschlossen, die ebenfalls Salzrechte besitzt.

 

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